Transparenz bei den Röstfreunden

Infos über unseren Rohkaffeeeinkauf

Let's talk money!

Transparenz ist uns wichtig, wenn es um unsere Kaffees geht. Warum aber bei der Herkunft aufhören?

Der Betrieb einer Kaffeerösterei ist kein günstiges Unterfangen, soviel ist mal gewiss. Das wussten wir zwar auch schon von Beginn an, aber wenn zwei Betriebswirte sich an einen Familienbetrieb wagen, spielen eben auch Zahlen eine wichtige Rolle. Aus dem Hobby, das aus Leidenschaft und Verrücktheit in einem Nebenerwerbsbetrieb geendet ist, wurde eben doch recht schnell mehr. Ein Betrieb muss rechnen, und er muss sich rechnen.

Neben den anfänglichen Investitionen und den nun laufenden Kosten, wovon Personal und Infrastruktur die hauptsächlichen Kostentreiber sind, spielt natürlich der Einkauf von Rohkaffee eine ganz wesentliche Rolle. Da diese Preise auch bei den Händlern direkt im Netz zu finden sind, haben wir daraus noch nie ein Geheimnis gemacht. An dieser Stelle möchten wir sie daher für Euch zusammenfassen. Das erlaubt zudem auch einen Einblick in unsere Preisgestaltung. Schließlich müssen alle Kosten, die die Rösterei verursacht, auch von dieser getragen werden.

Rohkaffeepreise

DEN Einkaufspreis von Rohkaffee zu bestimmen, ist ein schwieriges Unterfangen. Man begegnet aber doch immer wieder zwei Begriffen:

  • FOB = Free on Board
    Dies ist der Preis des Rohkaffees, wenn er exportfähig verpackt im Hafen angekommen und aufs Schiff verladen worden ist. Dies ist jedoch nicht der Preis, den der Farmer bekommt, denn vom FOB müssen noch bspw. noch Kosten für Verpackung, landesinternen Transport und Verwaltungskosten abgezogen werden (man spricht dann auch vom Farm Price). Der Kaffee ist bereit, seine Reise zum Zielland anzutreten.
  • FOT = Free on Truck
    Für uns als ganz kleine Rösterei ist dieser Preis eine erste ganz wichtige Orientierung. Zum FOB-Preis kommen dann natürlich die Kosten für Seetransport, Versicherung, Verzollung, Container(platzierung), Entladung und LKW-Beladung. Der Kaffee ist nun also in einem Transportfahrzeug, und kann zu uns gebracht werden.

Unser Ziel ist es, künftig die FOB und FOT Preise ebenfalls ausweisen zu können.

PAR = Price at Roastery
Diesen Begriff haben wir für uns gefunden und er ist die für uns relevante Zielgröße für die spätere Kostenkalkulation. Der FOT-Preis steigt nun noch um die Transportkosten zu uns an. Da diese in Abhänigkeit vom Transportdienstleister unterschiedlich ausfallen können und auch sehr stark von Kombiverladungen beeinflusst werden, haben wir den PAR für die Darstellung hier in die Kategorien eingeteilt. Die Einordnung in die Kategorien erfolgt auf Basis der Durchschnittswerte. Es handelt sich dabei um Nettopreise.

Bei diesen qualitativ hochwertigen Kaffees lassen sich für die uns möglichen Röstmengen / Jahr keine nennenswerten Skaleneffekte im Einkauf ausnutzen lassen. Selbst wenn wir große Mengen (Jahresbedarf) auf einmal einkaufen würden, erzielen wir dadurch weder bei den Rohkaffeepreisen noch bei den Transportkosten so große Einsparungseffekte, dass diese die erhöhten Aufwände und Kosten für die Lagerung kompensieren würden. Auf den Endkundenpreis hätten sie auch keine großen Auswirkungen.

Für die Berechnung des tatsächlichen Rohkaffeepreises für eine Röstung, die dann am Ende 1 kg Röstkaffee ergibt, sind weitere Informationen notwendig. Je nach Kaffee ist mit einem Röstverlust zu rechnen, der im Mittel zwischen 14 und 17 Prozent liegt. Entsprechend muss der Preis für das Kilo nach oben korrigiert werden.

Kalkulation Endkundenpreise

Auf jedes Kilo Röstkaffee ist in Deutschland eine Kaffeesteuer in Höhe von aktuell 2,19€ abzuführen. Eingepreist mit Mehrwertsteuer ergibt das einen zusätzlichen Betrag von 2,34€/kg, das auf jedes Kilogramm Röstkaffee gleich welcher Qualität von jedem Röstbetrieb abzuführen ist.

Qualität statt Zertifikate

Würden wir an den entsprechenden Zertifizierungsprogrammen teilnehmen, könnten wir einige unserer Kaffees als bio, Fair Trade, UTZ oder Rainforest Alliance Kaffees ausweisen. Das tun wir bewusst nicht, denn das Siegel alleine bestimmt nicht über gerechte Entlohnung oder gute Produkte. Wir setzen hier auf einen anderen Hebel: die Qualität.

Wir achten daher im Einkauf darauf, Qualitätsprodukte zu erwerben. Dass diese ggf. Zertifikate ausweisen, ist eine nette Ergänzung, aber keine Notwendigkeit. Wir sind überzeugt, dass die Qualität unserer Rohstoffe nur dann nachhaltig zustande kommen kann, wenn die Menschen, die an Anbau, Ernte und Verarbeitung beteiligt sind, dauerhaft und gerecht entlohnt werden.